AiF-FQS-Projekt "INDUSTRIAL GEMBA"

Der Einsatz nutzenorientierter Go-to-the-Gemba-Strategien für KMU zur Erhöhung der Kunden-orientierung in der Produktentwicklung und -verbersserung in Industriegütermärkten

Produktneu- oder -weiterentwicklungen erfolgreich am Markt zu etablieren, ist für Unternehmen oft schwierig. Die Gefahr des Scheiterns ist hoch und die (finanziellen) Risiken sind erheblich. Untersuchungen zeigen eine hohe Flop-Rate auch im Industriegütergeschäft (B2B). Der Schaden, der hierdurch für die Wirtschaft entsteht, beläuft sich jährlich auf mehrere Milliarden Euro. Die Hauptursachen für das Scheitern werden dabei in der fehlenden Orientierung an den Kundenbedürfnissen sowie in technischen Schwierigkeiten gesehen.

Im Industriegütermarkt ist der Kundenbegriff differenziert zu betrachten und nicht dem Anwenderbegriff gleichzusetzen. So ist zu vermuten, dass sich die Kundennähe vor allem bei KMU oft auf Kontakte zwischen höherrangigen Vertretern der Kunden- und Anbieterunternehmen bezieht. Die operative Ebene (Nutzer und Anwender) wird nicht systematisch einbezogen.

Zentrales Ziel ist die Entwicklung eines speziell auf die Bedürfnisse von KMU angepassten DV-gestützten Instrumentariums, das auf der „Go to Gemba“-Herangehensweise an Problemlösungen aus der japanischen Managementtradition beruht. Ergänzend werden ethnographische Customer-Insight-Verfahren aus der Konsumgüterforschung. Die strukturierte Analyse von Verwendungs- bzw. Einsatzsituationen von Industrieprodukten soll als eine wesentliche Quelle für Produktverbesserungen und -neuentwicklungen dienen. Ausgehend von den Ergebnissen der „Go to Gemba“-Analysen soll ein auf KMU angepasster Prozess entwickelt werden, der die Überführung in Weiter- bzw. Neuentwicklung ermöglicht. Hierzu wird eine Systematik entwickelt, mit der die Kundenwünsche und -bedürfnisse derart strukturiert erhoben und systematisiert werden, wie sie für die bei der in KMU eingesetzten Methoden und Techniken zur Produktentwicklung benötigt werden.

Förderhinweis

„Das IGF-Vorhaben 19303N der Forschungsvereinigung Forschungsgemeinschaft Qualität e.V. (FQS), August-Schanz-Straße 21A, 60433 Frankfurt am Main wurde über die AiF im Rahmen des Programms zur Förderung der industriellen Gemeinschaftsforschung (IGF) vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages gefördert.“